Viele mobile KI-Funktionen werden in den Clouds von Apple, Google, Samsung und Co. umgesetzt. Der Nachteil: Eine zwingend notwendige, stabile Internetverbindung und eine minimale Verzögerung, die durch die Datenwege im Up- und Download entsteht. Werden die Berechnungen direkt auf den Chip des Smartphones verlagert, fallen diese Faktoren weg.

Der kalifornische Hersteller hat es vorgemacht: Mit Apple Intelligence werden weitreichende KI-Features direkt auf den iPhones berechnet. Unter dem sperrigen Titel „Gemma 4 E2B for TPU“ bringt Google jetzt ein ähnliches System auf die Pixel Smartphones. „Gemma 4 E2B“ bezeichnet hier ein offenes KI-Modell, mit „for TPU“ ist die Tensor Processing Unit der Google Tensor Chips gemeint. Zunächst ist das Modell nur für die Pixel 10 Reihe verfügbar.
Mit dem neuen System werden viele KI-Vorgänge direkt auf dem Smartphone berechnet und ausgeführt, ohne Cloudanbindung. Demnach ist keine Internetverbindung notwendig und die Vorgänge laufen etwas schneller ab.
Neben der Geschwindigkeit steht vor allem der Sicherheitsaspekt im Fokus. Sensible Daten, die bei den Berechnungen herangezogen werden, werden fortan nicht jedes Mal hochgeladen, sondern bleiben auf dem Device.
Auch ohne Internetzugang soll die On-Device-KI Schlussfolgerungen über Texte, Bilder und Audio leisten können. User können mit der KI informationsbezogene Gespräche führen und sogenannte „Mobile Actions“ ausführen. Damit ist z.B. die Steuerung von Google Maps via Sprachbefehl gemeint.
Der nächste Schritt für Googles mobile KI ist Gemini Intelligence. Anfang Mai angekündigt, soll Android hiermit zu einem noch intelligenteren System werden. Das neue Feature-Konglomerat soll im Laufe des Sommers schrittweise auf aktuellen Samsung Galaxy- und Google Pixel-Smartphones eingeführt werden. Im Laufe des Jahres soll dann ein step-by-step Roll-Out für weitere Android Modelle vollzogen werden.
Mit Gemini Intelligence soll die Automatisierung von komplexen, mehrstufigen Aufgaben in das Android-Betriebssystem integriert werden. Beispielsweise soll die erweiterte KI fähig sein, eine Bestellliste aus einer Mail herauszulesen und die entsprechenden Artikel online einzukaufen.